Die Rechtsprechung erfordert deutschlandweit eine Neuberechnung der Grundsteuer, worüber wir hier (mit weiteren Fortsetzungen) informieren:

1. Was ändert sich bei der Grundsteuer?

Ab dem Jahr 2025 wird die Grundsteuer nach einer neuen Grundlage berechnet. Diese wird für alle Grundstücke und Betriebe der Land- und Forstwirtschaft auf den Stichtag 1. Januar 2022 neu ermittelt.

Bis 2024 ist für die Grundsteuer noch das alte Recht (Einheitsbewertung) entscheidend.

Die Grundsteuer B für Grundstücke des Grundvermögens wird künftig nach der Größe der Fläche von Grund und Boden sowie ggf. der Gebäudefläche und deren Nutzung berechnet.

Für die Grundsteuer A für Betriebe der Land– und Forstwirtschaft ist auch zukünftig der Ertragswert des Betriebs entscheidend.

 

2. Muss man eine Steuererklärung abgeben?

Jeder, der am 1. Januar 2022 Eigentümerin oder Eigentümer eines Grundstücks oder Betriebs der Land- und Forstwirtschaft war, muss eine Grundsteuererklärung abgeben.

Diese können Sie entweder elektronisch über ELSTER (Ihr Online Finanzamt unter www.elster.de) oder auf Papier abgeben. Die Vordrucke stehen Ihnen ab dem 01.07.2022 im Internet, in Ihrem Finanzamt, bei der VG und im Rathaus zur Verfügung.

 

3. Wie wird die Grundsteuer A für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft berechnet?

Für die Betriebe der Land- und Forstwirtschaft ist der Ertragswert (Grundsteuerwert) entscheidend. Dieser wird auf Grundlage der

  • Eigentumsflächen und der
  • nutzungsabhängigen, pauschalen Faktoren

 

4. Wie wird die Grundsteuer B für Grundstücke berechnet?

Es sind vier Faktoren entscheidend:

  • Grundstücksfläche – entscheidend ist die Fläche des Grund und Bodens, also der Flurstücke. Ist das Flurstück bebaut, wird auch die bebaute Fläche berücksichtigt. Ist ein Gebäude in Wohnungs- oder Teileigentum aufgeteilt, wird jede Wohnung bzw. jedes Teileigentum gesondert mit der zu der Wohnung / zu dem Teileigentum gehörenden anteiligen Grundstücksfläche angesetzt.
  • Gebäudefläche – zusätzlich ist bei bebauten Grundstücken die Gebäudefläche zu berücksichtigen. Die Gebäudefläche ist bei einer Wohnnutzung die Wohnfläche (nach der Wohnflächenverordnung), bei einer anderen Nutzung die Nutzfläche.
  • Äquivalenzzahlen – gesetzlich vorgegeben:
    a) Grundstücksfläche: 0,04 € je m²
    b) Gebäudefläche: 0,50 € je m²

Grundsteuermesszahlen – diese sind ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben. Sie betragen für den

  1. Grund und Boden 100%, die
  2. Wohnfläche 70 %, die
  3. Nutzfläche 100 %. 

Sie werden in bestimmten Fällen (Wohnteil eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft, sozialer Wohnungsbau, Denkmalschutz) ermäßigt.

 

 

5. Berechnungsbeispiel für Grundsteuer B

Angaben zum Grundstück:

  • Grundstücksfläche, z.B. 600 m²
  • Wohnfläche, z.B. 160 m²
  • Hebesatz Langenfeld, derzeit 300 %

Grund + Boden             

Wohnhaus

Ausgangswert: Fläche

600 m²

160 m²

x Äquivalenzzahl

0,04 €/ m²

0,50 €/ m²

= Äquivalenzbetrag

24,00 €

80,00 €

x Grundsteuermesszahl

100 %

70 %

= Zwischenergebnis

24,00 €

56,00 €

= GrundSt-Messbetrag

80,00 €

x Hebesatz Gemeinde

300 %

= Grundsteuerbetrag

240,00 €

 

6. Wie hoch ist der Hebesatz?

Der Hebesatz ist ein individuell von den Kommunen festgelegter Prozentsatz, mit dem letztlich die Höhe der Grundsteuer bestimmt wird. Der Hebesatz kann deshalb von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich hoch sein. Die Kommunen werden die Hebesätze für das Jahr 2025 voraussichtlich im Jahr 2024 neu festlegen.

 

7. Wie läuft die Grundsteuerreform ab?

  1. Alle Eigentümerinnen und Eigentümer müssen vom 1. Juli bis 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung
  2. Nach Eingang der Grundsteuererklärung stellt das Finanzamt die Äquivalenzbeträge bzw. den Grundsteuerwert und den Grundsteuermessbetrag jeweils per Bescheid
  3. Die Kommune ermittelt dann im Jahr 2024 mit dem jeweiligen Hebesatz die neue Grundsteuer und verschickt den Grundsteuerbescheid. Erst im Grundsteuerbescheid steht, wie viel Grundsteuer ab 2025 bezahlt werden muss.
  4. In den Folgejahren wird bei Grundstücken die Grundsteuer nur dann neu berechnet, wenn sich an den Flächen oder der Nutzung oder dem Hebesatz etwas ändert. Für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft wird sie hingegen, wie auf Bundesebene, turnusmäßig alle sieben Jahre neu ermittelt.

 

Wichtig! Die Grundsteuererklärungen müssen Sie im Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Oktober 2022 abgeben

8. Formulare

Die Formularsätze zur Grundsteuererklärung liegen mittlerweile im Rathaus vor und können während der Amtsstunden abgeholt werden.
Die anfängliche Überlastung der digitalen Datenerfassung und -übermittlung mit Hilfe von ELSTER ist zwischenzeitlich weitgehend behoben und damit wieder überwiegend möglich. Dazu bedarf es einer digitalen Signatur, die viele erst beantragen müssen.

Die Gemeinde erhält immer wieder Anfragen, ob wir beim Ausfüllen behilflich sein könnten. Dies fällt unter eine „steuerberatende Tätigkeit“, die Gemeinden nicht übernehmen dürfen.

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